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Der Sonntagmorgen gehörte den Guggenheimsammlungen, also dem Besuch der Ausstel-lung in Bonn, die durch die laufende Restauration des Guggenheimmuseums in New York möglich wurde. Die Kernstücke der New Yorker Sammlung sind angereichert durch Bilder der Guggenheim-Sammlungen in Venedig, Bilbao, Berlin und didaktisch ausgewählte Bilder der NRW-Sammlung, Düsseldorf.

Am Sonntagnachmittag genossen wir den großen Bonner Weihnachtsmarkt auf und um Münsterplatz und Friedensplatz. Manch einer warf für sich einen schnellen Blick in das nahe Beethovenhaus oder die Bonner Münsterkirche. Eine gemütliche Einkehr Em Höttche (mit bestem Apfelstrudel und einem respektablen Glühwein) beendete das Ereignis.

Die Solomon R. Guggenheim – Foundation, Eignerin bzw. Treuhänderin der Guggenheim-Sammlungen, wurde von dem 4. Erben der großen amerikanischen Metalldynastie 1937 ins Leben gerufen, zunächst um dessen private Kunstsammlung dort einzubringen, die er in den 20er Jahren des 20. Jh. begonnen hatte als Sammlung für abstrakte Kunst, einem neuem Trend folgend, an dessen Anfang Kandinsky stand. Hoch wertvolle andere Sammlungen ver-tieften oder ergänzten das strenge Widmungsziel durch ihr Hinzukommen, so die Thann-hauser-Sammlung, die Peggy Guggenheim-Sammlung (Venedig), die italienische Panza-Sammlung. Die Führungen verdeutlichten die Kunstentwicklung eines ganzen Jahrhunderts, die aus den Werken spricht, beginnend mit farb- und formsymbolischen Ansätzen der ersten Abstrakten, kurz darauf fortgesetzt in eher ästhetischer Art durch die Kubisten, bis in neueste sehr puristisch-ästhetische Bahnen in denen Farbe und Form volle Eigenwerte sind, die in feinsten Nuancen entwickelt werden. Dazwischen liegen die bekannten mannigfachen Kunst-richtungen und der historisch markante Prozess der Verschiebung des globalen Kunstzent-rums nach New York als Folge von Naziterror und Krieg. Alle Guggenheimstücke wurden in-dividuell von bedeutenden Kennern und Liebhabern (im Falle Peggy gar einer exzentrischen Persönlichkeit) nach persönlicher Vorliebe und Bewertung gesammelt – damit entstanden sehr spezifische Charaktere der Teilsammlungen, ganz im Gegensatz zu den eher enzyklo-pädischen Sammlungen ähnlich großer Museen wie MoMA oder Centre Pompidou.

Einige Bilder fleißiger Fotografen, darunter natürlich DFG-Hoffotograf Willi Brüls, werden in einem kleinen Fotoalbum zusammengestellt.

Haye Roth

DFG Köln, Dezember 2006och wertvolle SammlungenHhHoch