De la mort subite à la résurrection résistante

 Visite commune de l’ACLE et la DFG Köln à Bruxelles et son Musée Magritte

24 janvier 2010

Es waren zu allererst Giorgio d Chirico und dann Max Ernst, die René François Ghislain Magritte  neben einer Anzahl von Zeitströmungen stark beeinflussten und ihn zum Surrealisten machten. De Chiricos „Liebeslied“ (1914), das er Anfang der 1920er Jahre sah, hatte eine Erleuchtungswirkung auf ihn – traumartiger Aufbau, Kombination ungewöhnlicher, widersprechender Elemente, dadurch Erzeugung einer sehr besonderen Stimmung, eines Verfremdungsgefühls, aber auch einer Anzieh-ung beim Betrachter. Und das war es, was ihn fortan immer bewegte: die Wirkung, besonders gern die überraschende Wirkung, auf Menschen. Malen hatte für ihn mit leben zu tun; „ungegenständ-lich“ war für ihn im Wortsinn und im weiten Sinn gegenstandslos. Auch Bildtitel achtete er gering – Programmwörter mochten das sein, nichts für René Magritte. Bei Magritte wird ein Kunstwerk zum Ereignis und er möchte den Betrachter in dieses Ereignis einbeziehen – das ist der Beginn der später ganz allgemein immer wichtiger werdenden Interaktion zwischen Werk und Betrachter. Für ihn selbst kann man annehmen, dass seine Kunst ihm Zuflucht und Trost war. Er musste viel Broter-werb mit seiner Fähigkeit treiben (dabei gute Sachen, ausgezeichnete Grafiken und Plakatgestalt-ungen), was ihm nicht gefiel – er wollte zwecklose Gestaltung, eigene Identität. Es gab lange Lebensphasen der Kargheit oder Armut, auch unterschwellige Ängste. Wenn es auch noch nicht so sehr seine Sache war, dennoch war dieser anarchische und schicksalsgeprüfte Magritte eine Urgestalt des in seiner Lebenszeit entstehenden  Existenzialismus.
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 Unsere existenzielle Schicksalsprüfung war das Museumscafé, wo wir für unseren Freundeskreis Lille/ Köln den Abschiedskaffee erkämpfen mussten! Die Freunde von der ACLE waren in hoher Zahl (15) gekommen, so dass wir zusammen 46 Personen waren. Unser Treffen begann in der origi-nellen Jugendstil-Kneipe „A la Mort Subite“ am Rande des Galerie- und „Fress“-Bezirks nördlich des Groote Markt. Die Kölner promenierten gemütlich und plaudernd von dieser Gand’Place zum Lokal, wo sich die ersten, die Auto-fahrenden Liller, bereits wartend befanden; die Autofahrer folg-ten in kleinem Abstand. Es ist sehr schön zu sehen, wie viele sich wie gut kennen – und wie sie sich freuen, einander wieder zu sehen! Der einfache aber gute Mittagsimbiss war gemütlich und die ohnehin gelösten Zungen wurden vom Bier noch einmal gelockert.

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Somit fiel das Auf(er)stehen von der Mort Subite auch nicht schwer und unsere „Horde“ strebte guten Schrittes erst zur Kathedrale und von dort auf den Kunstberg, auf dem an exponierter Stelle an der Place Royale das Magritte Museum auf uns wartete. Eine Führung auf französisch, eine auf deutsch fanden statt, beide mit guten Führern.

 Das Wetter war nach der Jahreszeit, nicht strahlend aber auch nicht hinderlich. So machte der Kölner Teil nach dem Museum einen etwas längeren Spaziergang durch die Stadt unter hervorra- gender Führung von Klaus Lubbe, der sich als quasi Einheimischer entpuppte. Es ging über das schöne und originelle Sablon-Viertel mit seinen interessanten und feinen Geschäften und Bauten zur Börse und von dort entlang der großen Boulevards direkt zum Nordbahnhof. Der IC ließ uns Köln gegen halb neun am Abend wieder sehen, bester Stimmung und wohlbehalten ... und wir strebten heim zum Absacker zu dieser fortgeschrittenen Stunde.

 Ein Bonbon zum Abschied:  die Herren Glas, Lubbe und Roth haben ein „Brüssel-Grüppchen“ ge-gründet, um z.B. im Frühsommer 2011 eine heitere Tour „La vie à Bruxelles“  vorzubereiten – auch mit Übernachtung, um abends etwas Schönes zu unternehmen und delikat miteinander zu speisen.

Attention, les amis, ne manquez pas cette fleur de convivialité !

Dr. Haye Roth