Die Künstlergruppe EFA (Ensemble Franco Allemand) eröffnete am 19.03.2017 zum 4. Mal eine Kunstausstellung im Mülheimer Kulturbunker, dieses Mal mit dem Titel

sans frontières – ohne Grenzen.

Aus Frankreich kamen die Künstler Tony Masschelein, Jean Marie François (Malerei), Caroline Chopin (Skulptur) und Nicolas Tourte (Video).Zum Ensemble EFA stellten aus John Bachem (Skulptur), Gudrun Bießmann (Malerei), Lieselotte Freusberg (Zeichnung), Christine Kaul (Fotografie), Etienne Szabo (Malerei), Ingeborg Thistle (Malerei) und als Gast der Gruppe Michèle Azran (Seidenmalerei).

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke eröffnete in Vertretung des Bezirksbürgermeisters von Mülheim die Ausstellung.

Die stellvertrentende Vorsitzende der DFG Angelika Sandte-Wilms hielt diese Ansprache:

Liebe Künstlerinnen und Künstler, liebe Gäste,

ich freue mich, Sie zur Vernissage der Gruppe EFA - Ensemble franco-allemand - begrüßen zu dürfen, die für ihre 4. deutsch-französische Ausstellung den Titel «Sans frontières» gewählt hat; es sind Kunstschaffende aus zwei Nationen, die ihre Arbeit ähnlich verstehen wie «médecins sans frontières», «reporters sans frontières» in einem Europa, in dem viele Menschen auf der Flucht sind, in dem politische Grenzen wieder aufgebaut werden. Mit ihren Werken, die mit unterschiedlichen Techniken - Malerei, Zeichnung, Collage, Skulptur, Installation - diese Problematik zum Thema nehmen, möchten sie ein Zeichen in der Öffentlichkeit setzen.

Ihnen allen gilt mein Dank für ihr Engagement ebenso wie Werner Sökeland, der diese Auftaktveranstaltung musikalisch begleitet.

                                             

 

Lille und Köln, städtepartnerschaftlich verbunden seit 1958, <artistes des deux côtés du Rhin>, in künstlerischer Zusammenarbeit verbunden seit 2014, gibt es da überhaupt noch «frontières»?

Vor zwei Wochen las ich beim Arztbesuch in einer Zeitschrift: „Die Aufgabe der Kunst besteht darin, Türen zu öffnen, wo sie keiner sieht“, was mich sofort an diese Vernissage denken ließ, denn trotz der diversen «Rencontres» (Titel der letzten Ausstellung hier im Quartier am Hafen) zwischen Köln und Lille, Deutschland sowie Frankreich, heißt es immer wieder, Türen zu öffnen respektive offenzuhalten. Das gilt für mich gleichermaßen für den gewählten Ort dieser Veranstaltung, den Kulturbunker im rechtsrheinischen Mülheim, bildet doch der Rhein innerhalb unserer Stadt eine Grenze, die die linksrheinischen Kunstinteressierten heute überwinden mussten, so wie schon Konrad Adenauer, der beim Überqueren der Hohenzollernbrücke die Vorhänge seines Zugabteils zuzuziehen pflegte, um sich den Anblick des hier beginnenden Sibirien zu ersparen. Zudem wurde dieser Hochbunker in Kirchenform in den Jahren 1942/43 unter Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen erbaut und war nach Kriegsende eines der wenigen intakten Gebäude, in denen sich öffentliches kulturelles Leben wieder entwickeln konnte: Karneval, Schützenfest, Theater, Tanzveranstaltungen. Ab den 60er-Jahren wurde dieser Bunker nur noch als Lagerraum genutzt, stand dann mehr als zwei Jahrzehnte leer und wird erst seit 1991 in gemeinnütziger Trägerschaft durch den Verein Kulturbunker e.V. verwaltet mit dem Ziel der Förderung von Kunst und Kultur des bevölkerungsreichsten Kölner Stadtteils sowie der Begegnung von Menschen verschiedener sozialer Schichten und Nationalitäten, also ein ehemaliger «bunker sans frontières».

Im Roman «Un soir à Sanary» von Michèle Kahn fragt «Schatzi» ihren Mann Max Räderscheidt : «...est-ce que la fonction de l’art n’est pas de donner à espérer, à rêver plutôt que de faire peur ?» und vertritt kurz darauf die Ansicht : «Chaque œuvre d’art devrait refléter un condensé de la beauté du monde». Ich denke, Ihrer aller Werke werden nicht die Schönheit dieser Welt reflektieren, wohl aber Grund zum Hoffen und Träumen vermitteln.

Apollinaire hat einmal gesagt; «La joie venait toujours après la peine», ich hoffe, liebe Künstlerinnen und Künstler, dass sich die «joie» hier heute bei Ihnen einstellen möge, bevor dann wieder zutrifft «la joie précède la peine», d. h. bevor Sie in Vorüberlegungen zum nächsten Kunstevent in Lille eintreten.

„Eine Ausstellungseröffnung dient als Marktplatz für Kontakte, Preisgestaltung und Projekte. Künstler, Händler, Kritiker und Neugierige treffen hier im Idealfall aufeinander.“ (p. 172, Gebrauchsanweisung für moderne Kunst). Einen solchen Idealfall wünsche ich uns allen; danke nochmals der Künstlergruppe, den Gästen für ihr Kommen und der Stadt Köln für die alljährliche Unterstützung dieses deutsch-französischen Künstlertreffens.

 

                     

Jean-Marie François                                                                          Ingeborg Thistle

Gudrun Bießmann                                                                           John Bachem

                   

Tony Masschelein                                  Christine Kaul                            Caroline Chopin

                 

Michèle Azran                                                               Nicolas Tourte

            

Lieselotte Freusberg                                    Etienne Szabo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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